Verfasst von: bletra | 17. April 2012

Informatik und Gesellschaft

Im Praktikum meiner Erstsemesterveranstaltung werde ich von einem sehr engagierten und vielseitig interessierten Tutor unterstützt. Er kam auf die Idee, die Studierenden zu einer Diskussion über verschiedene gesellschaftlich relevante Forschungsbereiche der Informatik anzuregen. Die Studierenden ließen sich darauf ein, haben ihr abzulegendes Testat hintenan gestellt, beteiligten sich rege an der Diskussion und gaben rundweg gutes Feedback zu dem gemachten Angebot.

Ein Ausgangspunkt der Diskussion war das Singularitätsinstitut mit Fragen wie, was ist Intelligenz? Was ist künstliche Intelligenz? Welche Rechte sollen/können eine künstliche Intelligenz haben? Was ist, wenn Programme/Roboter „intelligenter“ werden als wir Menschen? Können Programme Gefühle haben, wenn ja, muss man diese respektieren? Kann/darf man sie dann einfach abschalten? Sollten sie eher wie Menschen aussehen oder besser nicht? Die Diskussionen wurden bisher in zwei Praktikumsgruppen durchgeführt und verliefen sehr unterschiedlich. Dadurch angeregt bin ich auf die Seite des Singularitätsinstituts. Ich wollte wissen, wer dahinter steckt – bei gesamtgesellschaftlichen Fragen bin ich immer kritisch, ob Einfluss durch politische oder religiöse Gruppierungen genommen wird. Eine treibende Kraft des Instituts scheint Eliezer Yudkowsky zu sein, dessen Darstellung bei Wikipedia mich nicht überzeugte. Beratend wirken jedoch ausgewiesene Wissenschaftler, wie z.B. Professor Nick Bostrom (Wikipedia, Homepage, Direktor von Future of Humanity Institute, Mitgründer von Institute for Emerging Ethics & Technologies) am Institut mit, so dass meine Zweifel keine weitere Nahrung bekamen. Das Institut wird auch bei der New York Times in „The Coming Superbrain“ erwähnt. Dort fand ich auch einen weiteren interessanten Artikel „Merely Human? That’s So Yesterday“, in dem auf die Singularity University verwiesen wird – diese wurde von Google mitgegründet … In diesem Zusammenhang möchte ich Sie auch noch auf das Video Dr. Michio Kaku: „The World in 2030“ aufmerksam machen.

Im ersten Semester sind die Englischkenntnisse häufig noch sehr ausbaufähig, so dass ich mich auf die Suche nach deutschsprachigen Quellen machte. Fündig wurde ich zunächst beim SFB 588: Humanoid Robots, die aktuelle Seite ist leider in Englisch. Ethische Fragen dieses Projekts werden in „Towards tightly-coupled robot-human interaction”  diskutiert — wieder in Englisch …

Nun aber zu den wirklich deutschsprachigen Seiten:

So, das war’s erst einmal für heute für mich. Ich freue mich auf weitere anregende Diskussionen und Themen.

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Responses

  1. Dieses Thema hatten wir auch in IuG.

    Ich bleibe immernoch dabei, dass Roboter NIE intelligenter werden können als wir Menschen. Der Name sagt es schon, es ist ein Roboter. Er ist nur so schlau, wie wir Menschen ihn programmieren.
    Es gibt keinen Code der Welt, der von sich aus noch mehr Code generiert und sich dadurch schlauer macht. So bräuchten wir ja garkeine Programmierer mehr, wenn das Roboter könnten.

    Gefühle sind menschlich. Ein Roboter ist nicht organisch, dass er Gefühle entwickeln kann. Er hat auch keine Sinnesorgane. Dadurch kann man solche Dinge schnell ausschließen.

    Ich denke, man bleibt bei diesem Thema oft an dem Punkt hängen, ob sich die Roboter von alleine weiterentwickeln können. Wenn man aber mal logisch an die Sache rangeht (mit lauter 1en und 0en ;-)), dann wird man viele Antworten auf diese Fragen finden. Machen wir doch mal ein Beispiel:

    Ich schreibe ein Programm, das zwei Zahlen addieren soll. Wenn ich diesem Programm nur „erg = var1 + var2;“ gebe, wie soll dieses Programm plötzlich damit multiplizieren, teilen oder subtrahieren? Kann es also unprogrammierte Fähigkeiten erzeugen? Nö.

    So erübrigen sich auch gesellschaftskritische oder politische Fragen über von Menschen erzeugten Robotern.


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