Verfasst von: bletra | 1. Oktober 2009

Spuren im Netz

Viele Kinder bewegen sich sehr früh und frei im Netz. Viele Eltern sind froh, wenn ihre Kinder dieses Medium „beherrschen“ und sie beschäftigt sind. Immer noch besser als vor der Glotze sitzen, scheinbar …

Es gibt mittlerweile viele Seiten, die über Gefahren im Netz aufklären. Einige möchte ich weiter unten vorstellen. Zunächst einige generelle Hinweise:

  • Wenn Sie eine private E-Mail Adresse für ihr Kind einrichten, dann verwenden Sie einen Benutzernamen, den sich Freunde gut merken können, der jedoch keinen Rückschluss auf den vollständigen Namen, das Geschlecht oder das Alter Ihres Kindes zulässt.
  • Richten Sie eine E-Mail Adresse ein, die für alle Registrierungen etc. verwendet wird.
  • Verwenden Sie bei Registrierungen (auch für die nicht private E-Mail Adresse), keine echten Daten. Geben Sie als Adresse beispielsweise, Peter Maier und die Adresse vom Bundeskanzleramt (Willy-Brandt-Straße 1, 10557 Berlin-Tiergarten) oder irgendeine andere öffentliche Einrichtung an. Machen Sie ihrem Kind deutlich, dass es sich nirgends selbst registriert. Als Benutzername oder Nickname sollte wieder kein Name gewählt werden, der auf Geschlecht, Alter oder wahre Identität schließen lässt.
  • Machen Sie sich und Ihrem Kind deutlich, dass alle Daten, die ins Netz wandern, dort wie in einer Zeitung stehen. Prinzipiell kann über jede nichtverschlüsselte Verbindung jeder und jede mithören und die so gewonnenen Daten beliebig verbreiten. Es ist auch wirklich schwierig, einmal veröffentliche Daten aus dem Netz zu löschen. Das Polizeipräsidium in Südhessen hatte 2007 versehentlich Daten ins Internet statt ins Intranet gestellt. Und da waren sie dann (Spiegelbericht).
  • Machen Sie ihrem Kind deutlich, dass im Netz jeder und jede jede Identität annehmen kann. Sie haben sich ja auch mit falschen Daten registriert. Selbst eine Anmeldung mit postalischer Bestätigung bietet keine absolute Sicherheit: 1. Ich kann mich eines anderen Briefkastens bedienen, z.B. den Briefkasten einer verreisten Familie, deren Blumen ich gieße. 2. Hacker kommen in fast jeden Computer rein, also auch in die Datenbank, die Ihre Daten und die Daten anderer Nutzer enthält.
  • Wenn sich Ihr Kind bei einem Chat irgendwie unwohl fühlt, soll es auf sein Gefühl hören, ein Screenshot von der Seite machen (Druck-Taste, in Word mit Strg-V kopieren und speichern), Sie verständigen und bei verdächtigem Inhalt melden Sie den Vorgang an hotline@jugendschutz.net
  • Wenn Sie oder Ihre Kinder Bilder oder Videos veröffentlichen, überlegen Sie gut, warum Sie das tun und ob die gewählte Zugänglichkeit (alle, verlinkt, …) notwendig ist. Bedenken Sie, dass Personaler Bewerber googeln und Sie nicht wissen, wie lange die Daten im Netz bleiben. Auch wenn Sie Bilder von Ihrer Seite löschen, können diese längst in andere Seiten  kopiert sein. Jedes Video, jedes Bild, das im Netz ist, kann jeder und jede runterladen und verarbeiten/veröffentlichen. Wer beachtet Kopierschutz und Rechte?
  • Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass Beleidigungen ein Nachspiel haben können.

Weitere Infos

  • Eine gute Sammlung zu diesem Thema mit Erläuterungen zu den Websites gibt es vom Kinder- und Jugendschutz Berlin.
  • Eine detaillierte Anleitung, wie sich Kinder im Netz verhalten sollten und warum bietet schau-hin.
  • Die Polizei hat eine gute Broschüre mit Fakten, Hinweisen, weiterführenden Links in Bezug auf Handy und Internet zusammengestellt.
  • Das Bundesministerium für Familie und Jugend hat eine umfassende Broschüre über Chancen und Risiken des Webs zusammengestellt. Daraus habe ich den einseitigen Verhaltenskodex für Eltern und Kids (NetzRegelnElternKids.pdf) extrahiert.

Bei der Recherche zu diesem Thema musste ich leider feststellen: Ich sollte meine Gutgläubigkeit noch einmal überdenken und mit meinen Kindern muss ich auch noch das eine oder andere Gespräch führen … wir haben noch Nachholbedarf.

Zu diesem Thema habe ich auch einen Artikel für LehrerInnen und einen für Kinder geschrieben.

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Responses

  1. Herzlichen Dank für die Hinweise.
    Ich hab das bisher so nicht gesehen, aber es klingt nachvollziehbar.
    Jedenfalls werde ich jatzt mit meiner Tochter darüber sprechen und Ihre Hinweis berücksichtigen.
    Danke


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